29. Tag, 04.08.2013; Von Luxor nach Irgendwo auf dem Lake Nasser

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29.  Tag, Sonntag, 04.08.2013;  Von Luxor nach Irgendwo auf dem Lake Nasser
Temperatur: 46° C,
Tagesstrecke: 567 km, Gesamtstrecke: 9.398 km, max. Geschwindigkeit: 105 km/h
BPI: 0

Boatpeople

5 Uhr in der Früh ist „Stellzeit“. Heute ist ein wichtiger Tag. Die Fähre von Assuam nach Wadi Halfa ist das Nadelöhr unserer Reise. Am Bus steht ein trauriges Hähnchen. Eine letzte Umarmung, denn hier ist für ihn die Reise vorbei.

Die 270 Kilometer zur südlichen Metropole erweisen sich als Herausforderung, da alle paar Kilometer Bodenwellen die Raser bremsen sollen. Wir fahren entlang der immergünen Niloase. Hier wird der Ursprung des alten Ägypten greifbar. Erst 10.30 Uhr kommen wir in Assuam an. Jetzt wird es spannend. Horst, Zwerg und Micha begeben sich zum mysteriösen Mr. Salah, dem Herrn der Fährtickets. Der Rest besorgt Proviant. Beide Gruppen sind erfolgreich. Das Wichtigste sind natürlich die Fahrkarten. Die Fähre ist die einzige Verbindung zwischen Ägypten und dem Sudan (ausgenommen Flugzeug).

Bis zum Boot müssen wir 5 Checkpoints durchlaufen. Beim Anblick des altersschwachen Gefährts scheinen sich alle bisherigen Berichte zu bestätigen. Den Diesel riecht man schon von weitem, und um den Kahn herum schimmert das Öl auf dem Nasser-Stausee. Ein alles andere als vertrauenserweckender Anblick. Der Aufstieg wird zur echten Herausforderung. Massen von Menschen mit Gepäck in allen Größen drängeln in bzw. aus einem kleinen dunklen Schlund. Ein Höllentor. Chaos pur. Nach hartem körperlichem Einsatz gelangen wir schließlich durch die Küche an Deck. Hier entspannt sich die Lage schnell. Nur Michas Geldbörse hat den Besitzer gewechselt. Gott sei Dank nicht sein Reisepass. So ist das Problem händelbar.

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Außer uns sind nur 5 weitere Ausländer mit an Bord (3 Chinesen und ein Pärchen aus Italien –zu denen später etwas mehr). Zu den Einheimischen nehmen wir schnell Kontakt auf. Sie sind aufgeschlossen und freundlich.  Der Kapitän lässt uns nach Sonnenuntergang auf das Vorderdeck gegen Backschisch selbstverständlich. Hinten ist alles voll. Es türmen sich Kisten, Taschen und sogar Möbel hoch auf dazwischen die Besitzer dieser im Sudan womöglich wertvollen Güter. Zum Sonnenuntergang bereitet Smutje Hoffi ein kleines Kapitänsdinner. Unter einem großartigen Sternenhimmel leeren wir unseren Restbestand an Rotwein. Von nun an konspirativ, denn im Sudan gibt es für das Trinken von Alkohol 40 Stockhiebe.

„Zwei“

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